Dr. Greta Civis übernimmt museumspädagogische Leitung im AFM Oerlinghausen

Nachdem Marcus Coesfeld zum 01. Dezember 2018 das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen in Richtung Morepos – Archäologisches Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution in Neuwied (Rheinland-Pfalz) verlassen hatte, haben sich Geschäftsführer Klaus Stein und Museumsleiter Karl Banghard umgehend um die Neubesetzung der Stelle der museumpädagogischen Leitung  bemüht. „Wir glauben, in Frau Dr. Civis einen adäquaten Ersatz für Coesfeld gefunden haben“, waren sich beide einig.  

Dr. Greta Civis, geboren 1980 in Herne, studierte  in Leipzig, Berlin und Nottingham Ur- und Frühgeschichte (Archäologie), Philosophie und Linguistik. Nach dem Studium versorgte sie mit ihrem Team einige Jahre in der Bodendenkmalpflege in Brandenburg eingehende Funde archäologischer Grabungen. Anschließend promovierte sie in Wien bei Prof. Claudia Theune-Vogt über Entsorgungsverhalten im mittelalterlichen Dorf oder: Müll im Mittelalter. Während dieser Zeit begann sie neben ihrem Stipendium, Touristen, internationalen Studierenden und Einheimischen die komplexe Geschichte Berlins zu erklären und arbeitete schließlich hauptberuflich als historischer, privater Guide in und um Berlin. Aus privaten Gründen zog es sie zu Beginn des vergangenen Jahres nach Nordrhein-Westfalen, seit April ist sie wissenschaftliche Volontärin am LWL-Museum für Archäologie in Herne. „Ich freue mich schon jetzt auf die Arbeit im Freilichtmuseum, das Team und die Gäste“ meinte sie bei ihrem Antrittsbesuch zu Beginn des Jahres. Als sie am 01. Februar ihren Dienst im Museum antrat, erwarteten jede Menge spannende Aufgaben auf die 38jährige. Planungen rund um das Projekt ‚Urland‘, der Ausbau von Kooperationen mit Schulen, die Durchführung kernlehrplanorientierter museumspädagogischer Angebote für Schulklassen – um nur einige zu nennen - werden zukünftig den Arbeitstag von Dr. Civis füllen.

Museumspädagoge übernimmt Museumsleitung

Der Leiter der Museumspädagogik im Archäologischen Freilichtmuseum übernimmt ab Dezember die Museumsleitung im Monrepos – Archäologisches Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution in Neuwied (Rheinland-Pfalz).

Fast zwei Jahre, nachdem Marcus Coesfeld die museumspädagogische Leitung im Freilichtmuseum übernommen hat, verlässt er es wieder. Etwas wehmütig zwar, aber zufrieden blickt er auf die vergangenen zwei Saisons zurück. „Ich habe hier die Gelegenheit erhalten, viele Ideen umzusetzen und manches zu bewegen!“, so Coesfeld.

Der 31-Jährige hat in Bochum Geschichte und Germanistik auf Lehramt studiert und 2015 sein Referendariat erfolgreich als Gesamtschul- und Gymnasiallehrer abgeschlossen. Um noch ein weiteres Berufsfeld kennenzulernen, absolvierte er danach ein wissenschaftliches Volontariat im LWL-Museum für Archäologie in Herne. Von dort aus wechselte er Anfang 2017 als Leiter der Museumspädagogik ins Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen.

In knapp zwei Jahren ist es Coesfeld gelungen, die museumspädagogische Abteilung neu zu strukturieren, etwa durch die Einstellung neuer Gästeführer. In Kooperationen mit diversen Schulen, Universitäten oder etwa dem Kommunalen Integrationszentrum Lippe konnte er ein starkes Netzwerk aufbauen. Besonders in der öffentlichen Wahrnehmung hat das Freilichtmuseum seit 2017 erheblich an Aufmerksamkeit durch die von dem Museumspädagogen betreuten Social-Media-Kanäle und dem neuen Blog erfahren. Im neuen Jahr, so Coesfeld, erwartet die Internetnutzer zudem eine völlig neue Homepage.

Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht Coesfeld in der Neuausrichtung der museumspädagogischen Angebote für Schulklassen. Diese sind nun stärker kernlehrplanorientiert als zuvor. Auch die Einführung neuer Veranstaltungsformate geht auf den Museumspädagogen zurück. So feierte das Museum 2018 zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Lange Museumsnacht, welche im April 2019 erneut stattfinden und die Saison eröffnen soll. Im Juni 2019 freut sich das Freilichtmuseum auf einen „Kampftag“, auf dem sich alles um Kampfkunstgeschichte drehen soll. Coesfeld, der selbst nebenbei eine

Doktorarbeit über Kampfsportgeschichte schreibt, wird diese Veranstaltung weiterhin ehrenamtlich organisieren. Außerdem geht ein sehr anschauliches Archäologie-Modell auf Coesfeld zurück, welches ab April 2019 den Eingangsbereich der Ausstellung bereichern wird.

Klaus Stein, Geschäftsführer des Freilichtmuseums, meint: „Es ist schade, dass Herr Coesfeld uns schon wieder verlässt, aber wir sind stolz, dass das Archäologische Freilichtmuseum hier gewissermaßen als ‚Sprungbrett‘ zu einer Museumsleitung in einem so renommierten Haus wie dem Monrepos fungieren konnte.“ Museumsdirektor Karl Banghard merkt an: „Das Jahr 2018 ist außergewöhnlich erfolgreich verlaufen. Dies ist sicherlich auch auf das Engagement von Herrn Coesfeld zurückzuführen. Wir werden ihn vermissen.“

„Gerade in Anbetracht der Planungen um das Projekt ‚Urland‘ und einen Klimaturm mit einer Dauerausstellung zur Umweltgeschichte, einem Thema, das auch im Monrepos zentral ist, kann ich mir eine künftige Zusammenarbeit zwischen Neuwied und Oerlinghausen durchaus gut vorstellen“, ergänzt Coesfeld.

Die museumspädagogische Leitung wird ab Dezember vorübergehend von Gästeführer Philipp Pohlmann vertreten. Das Bewerbungsverfahren für eine Nachfolge läuft derweil.

Bildunterschrift: Marcus Coesfeld am Jäger-und-Sammler-Zelt

Bild-Angabe: (c) Peter Riedel (Uni Bielefeld)